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Vereinsgeschichte

(Entnommen aus dem Jubiläumsheft „50 Jahre Sportfreunde Untergriesheim“ von 1987)

Sport war hier schon immer beliebt

 

Zwar können die Sportfreunde Untergriesheim in diesem Jahr auf eine 50jährige Vereinsgeschichte zurück blicken, doch es gab sehr wohl  vor ihrer Gründung sporttreibenden Gruppen in unserem Ort.

 

Aus den Jahren nach dem ersten Weltkrieg ist bekannt, dass sich die Jugend zusammenfand, um Sport zu treiben. Sie gründete im Jahre 1920 einen Sportverein, dessen Vorstand Alois May wurde und der 50 Mitglieder hatte. Schon damals betrieb man den Fußballsport, war für eine Gemeinde unserer Größe sehr selten war. Die Gemeinde überließ diesem Verein einen Spielplatz an der Jagst, die frühere Tuchbleiche, den heutigen alten Sportplatz.

 

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Doch die Jugend huldigte nicht nur dem Fußballsport, vielmehr gründete man im Jahre 1924 den „Arbeiter- Turn- und Sportverein Untergriesheim“. Dieser lag mit seinen Zielen ganz in der Strömung seiner Zeit.

 

Das Turnen war Volkssport Nummer 1

 

Gründungsvorstand dieses Vereins war Wilhelm Beißwenger, damals knapp 20jährig, der ja auch noch den „Sportfreunden“ von 1948 bis 1971 als Vorsitzender diente. Sein Nachfolger im Vorstandsamt war Alois Fränznick. Eine Riege des „Arbeiter- Turn- und Sportvereins“ nahm im Jahre 1925 am deutschen Turnfest in Frankfurt/Main teil.

 

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In der Mitte der 20. Jahre erfolgte noch die Gründung eines Radfahrvereins, dessen Vereinsfahne nach einer langen Odyssee erst letztes Jahr wieder aufgetaucht ist – und jetzt in der Turnhalle einen würdigen Platz erhalten hat. Vorstand dieses Vereins war Josef Gehrig, der langjährige 2. Vorsitzende der Sportfreunde und deren heutiger Ehrenvorsitzender.

 

Im Jahre 1932 folgte diesen Vereinen die „Deutsche Jugendkraft“ (DJK) mit einer schlagkräftigen Fußballmannschaft. Als Sportplatz diente die frühere Hummelwiese ca. 300 Meter südlich des alten Sportplatzes.

 

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Allen diesen Vereinen war jedoch keine lange Lebensdauer beschieden. Sie lösten sich entweder aus wirtschaftlichen Gründen auf oder weil die Gelegenheit zum Spielbetrieb fehlte und keine Übungsstätten vorhanden waren oder sie wurden aus politischen Gründen allgemein verboten. Allerdings hatte der Arbeiter- Turn- und Sportverein in den wenigen Jahren seines Bestehens einige Geräte beschafft, die noch von 25 Jahren den Sportfreunden zur Verfügung standen.  

 

Es ist eine befremdliche Tatsache, dass bei all diesen Vereinen kein Zusammenhang zu finden ist, obwohl doch die einzelnen Mitglieder oft bei den verschiedenen Vereinen mitwirkten. Gründe hierfür können nur vermutet werden. Vielleicht fehlte jemand, der genügend Mut hatte und über den Einzelinteressen stand, um die Vereine zusammen zu führen. Leicht könnte heute schon auf über 60 Jahre Vereinsgeschichte zurück geblickt werden. Am meisten überrascht, dass nach regierungsmäßig verfügter Auflösung der DJK verschiedene Spieler abwanderten, um anderen Orts den Fußballsport auszuüben, was ihnen in der eigenen Gemeinde nicht mehr möglich war.

 

Wie lange wird’s dieses Mal gehen?

 

Im Spätjahr 1937 fanden sich wieder mal 36 mutige, sportbegeisterte junge Männer zusammen und begründeten einen Verein. Sie gaben ihm den Namen Sportfreunde Untergriesheim. Schon bald erhielt man von der Gemeinde ein Gelände für den Sportplatz. Es war der heute alte Sportplatz unten an der Jagst. Mitten in die Bauarbeiten an diesem Platz brach der Beginn des 2. Weltkrieges, der den Platzbau und den eifrig betriebenen Punktspielen ein jähes Ende setzte. Der totale Krieg legte schließlich jede geordnete Vereinsarbeit lahm. Fast alle Mitglieder wurden zu den Waffen gerufen. Die Fertigstellung des Sportplatzes erfolgte erst im Winter 1940 durch die Gemeinde und durch französische Kriegsgefangene unter Anleitung des Gemeindepflegers August Denninger. Es kostete, wie aus Gemeindeakten ersichtlich, 618 RM.

 

Sicherlich hatten sich die Begründer des Vereins nach diesem schrecklichen Jahren nicht träumen lassen, dass ausgerechnet ihr Engagement sich auszahlen wird und dass der von ihnen gegründete Verein auch solche schweren Jahre überdauern wird.

 

Groß waren die Opfer, die der Krieg gefordert hatte. Von den zu Kriegsbeginn 41 Mitgliedern des Vereins kehrten 18 nicht mehr in ihre Heimat zurück. Daheim wuchs jetzt eine Jugend heran, die sportliche Betätigung und Gemeinschaft suchte. Auch die vielen Heimatvertriebenen wollten sich in den Verein eingliedern, um in ihre neue Umgebung hinein zu wachen.

 

Ideen muss man haben 

 

Bereits Ende 1945 begann die Fußballmannschaft wieder mit dem Training und im Sommer 1946 folgten die ersten Rundenspiele. Doch wie sah dies damals aus? Sportbekleidung, Fußballschuhe oder Bälle waren Mangelware und nur im Tauschhandel erhältlich. Alte Sachen wurden zusammen gesucht und aufgemöbelt. Zum Auswärtsspiel fuhr man mit dem Fahrrad, Schlepper oder Lastwagen. Trotz dieser widrigen Umstände gelang es, im Spieljahr 1947/48 die Meisterschaft in der B-Klasse zu erringen, der Mannschaften aus namhaften Orten der Umgebung angehörten.  Diese Leistung bezeugt den großen Mannschaftsgeist, von dem die Spieler, die im Winter notgedrungen auf dem Schulhof trainierten, beflügelt wurden.

 

Auch auf kulturellem Gebiet wurden neue Wege beschritten um Großes zu leisten. Unter der Leitung des 20jährigen Mitglieds Walter Krebs, der heute in Südwestafrika lebt, wurde eine Gesangsabteilung ins Leben gerufen. Sie gestaltete zusammen mit einer Laienspielgruppe Weihnachtsfeiern. Mehrmals mussten die Aufführungen im unteren Schulsaal wiederholt werden, da durch den Einbau einer provisorischen Bühne nicht mehr viel Platz war. Mit diesen Veranstaltungen wollte man den Grundstein für den Bau einer eigenen Halle legen, in der man auf sportlichem kulturellem Gebiet selbständig schalten und walten konnte.

 

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Doch dieser Weg führte nicht geradlinig zum Ziel. Die Rücklangen in Höhe von 2554.56 RM wurden durch die Währungsreform auf sage und schreibe 135,24 DM reduziert, da Vereine nur 6% statt 10% umgerechnet bekamen. Kein Hindernis erschien den Vereinsmitgliedern unüberwindlich. Erneut spielte man an Weihnachten wieder Theater, um durch den Bau einer Turnhalle die Raumnot zu beenden, die durch den Umbau der Säle in den Gaststätten Sonne und Krone entstanden war. Mit der Schaffung eines Saales befasste sich im Frühjahr 1949 auch die Kirchengemeinde. H.H. Pfarrer Posdiena lud zu einer Sitzung des Stiftungsrates den Bürgermeister und die Vorstände ein. Man war sich in dieser Sitzung über die Notwendigkeit der Schaffung eines Saales voll und ganz einig, jedoch nicht über die Trägerschaft und Federführung und insbesondere die Finanzierung.

 

So reifte im Sommer des gleichen Jahres im Ausschuss des Vereins immer mehr der Gedanke zum Bau eines eigenen Hauses und beim Überschuss des ersten Sportfestes nach dem Krieg im Juni vermerkte der Kassier „Baufond Turnhalle“. Dies war ein weiterer Schritt in finanzieller Hinsicht.

 

Nun begann die Suche nach einem geeigneten Platz. Vieles wurde in Erwägung gezogen und mancher Ort nach der Singstunde beim Mondenschein besichtigt. Die Gedanken wanderten von der Aufstockung der Kelter zum Auffüllplatz an der Jagstbrücke, von dort über die Bahnlinie ins Neubaugebiet Lücke, dann wieder her an den heutigen Platz. Einmal scheuten wir die Mitte des Dorfes und die unmittelbare Nähe der Kirche, das andere Mal war die Kosten der Fundamentierung zu teuer und dann bestand im nächsten Fall keine Möglichkeit des Erwerbes. Bis sich Herr Wilhelm Krebs entschloss, einen Teil von seinem Grundstück für den geplanten Bau zu veräußern.

 

Zwischenzeitlich war auch unter den Mitglieder der Gedanke gereift, dass der Verein sich ein Haus selbst erstellt, welches eine Stätte der Jugend, des Sports und des kulturellen Lebens, nicht nur für den Verein, sondern für die gesamte Einwohnerschaft werde. In einem Aushang vom 20. Oktober hieß es:

 

„In seiner im September einberufenen außerordentlichen Versammlung rief der Vorstand der Sportfreunde seine Mitglieder auf, endlich einem in der Gemeinde herrschenden großen Übelstand abzuhelfen und aus eigener Initiative und eigener Regie eine Turnhalle zum Wohle und Nutzen der gesamten Jugend sowie der gesamten Einwohnerschaft zu erstellen. Sämtliche anwesenden Vereinsmitglieder stimmten diesem Vorschlag zu und gaben durch einmütiges Hand erheben ihre Bereitwilligkeit zur Mithilfe an diesem Vorhaben kund, in finanzieller sowie körperlicher Mithilfe.“

 

Sofort wurde ein Bauausschuss gebildet, dem folgende Männer angehörten:

  • Wilhelm Beißwenger
  • Karl Müller
  • Alfons Müller
  • Anton Fröhlich
  • Hans Meckes
  • Karl Correll
  • Franz Correll
  • Josef Baumgart
  • Josef Kappes

 

Dieser Ausschuss besichtigte dann die Halle der Turnergemeinde Offenau und beauftragte danach Herrn Architekt Chardon mit der Fertigung eines Planes und Kostenvoranschlages. Beides lag dem Bauausschuss zur Begutachtung vor. Über den Plan war man sich schnell einig, jedoch der Kostenvoranschlag mache dem Bauausschuss doch einigen Kummer, denn die vorhandenen Mittel standen in keinem Verhältnis zur veranschlagten Bausumme. Was jedoch in jener Sitzung des Bauausschusses geschah, dürfte d i e historische Stunde in der Geschichte des Vereins gewesen sein.

 

Ehrenmitglied Hans Meckes stand auf und trug dem Ausschuss folgenden Finanzierungsvorschlag vor:


3.000 DM Eigene Mittel des Vereins, aus Kassenbestand und Einnahmen die bis zum Baubeginn noch eingehen. 

3.000 DM Spenden der Mitglieder und Einwohnerschaft.

3.000 DM Schuldaufnahme von Richard Zimmermann, der sich hierfür bereit erklärt hatte

3.000 DM aus Totomitteln

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12.000 DM


Mit diesen Mitteln sollten nach seiner Ansicht der Platz gekauft und die Materialien für den Rohbau beschafft werden können. Sämtliche Arbeiten sollten die Mitglieder in freiwilligen Arbeitsstunden leisten.

 

Nach diesen Ausführungen ergriff das Ausschussmitglied Anton Fröhlich das Wort und sagte:

 

„Wenn das so ist, Hans, können wir mit dem Bau beginnen. Ich für meine Person erkläre mich bereit, das Erforderliche dazu beizutragen.“

 

Dem schloss sich der gesamte Ausschuss und die Mitglieder des Bauausschusses an und jene Stunde war die Geburtsstunde der Turnhalle.

 

Ein Wunsch wird Wirklichkeit

 

Die Fertigplanung wurde in Auftrag gegeben. Weihnachten spielte man mit besonderer Begeisterung Theater, denn der fertige Bauplan lag bereits vor und wollte weitere Finanzierungsmittel sammeln.

 

In der Generalversammlung vom 21. Januar 1950 appellierte Vorstand Wilhelm Beißwenger – den Bauplan in der Hand – noch mal an alle Mitglieder im Jahre 1950 fest zusammen zu stehen, damit das große Werk gelinge. Jeder müsse Opfer bringen und, wenn es Not tut, sogar auf die Beschaffung eines Anzuges in diesem Jahr verzichten. Zeichnungsscheine für Spenden wurden an die Mitglieder ausgegeben, die spontan ausgefüllt und bezahlt wurden. Eine Welle der Begeisterung hatte die Mitglieder erfasst. Sie wollten den Notstand des Fehlens einer Halle unbedingt beenden. Bereits Mitte Februar begann das Kiesgraben in der Kirchstraße, der heutigen Comburgstraße. Am Karsamstag, den 08.04.1950, wurde der 1. Spatenstich ausgeführt und noch am selben Tag die ganzen Fundamente gegraben – natürlich mit Spaten und Schaufel. Bereits 4 Wochen später, am 07. Mai, wurde der Grundstein gelegt, in welchen Bauplan, Mitgliederliste, Verzeichnis der Vereinsleitung, Tageszeitung und Münzen eingemauert wurden. Am 24. Juni konnte das Richtfest gefeiert werden.

Jede nur mögliche Arbeit wurde in Eigenleistung verrichtet, um die Finanzierung nicht zu gefährden. Betrachtet man die damaligen Verhältnisse, als man von der heute üblichen 37 Stunden Woche noch nichts wusste und als fast jeder noch seien eigenen Äcker nebenher bewirtschaftete, als es aber auch noch keine bis ins letzte ausgeklügelte Freizeitangebote oder ganztägige Fernsehangebote gab, so wundert man sich, wie die Mitglieder es schafften, dieses Gemeinschaftswerk zu verwirklichen.

Schon 4 Monate und 10 Tage nach dem ersten Spatenstich feierte das ganze Dorf, mit einem großen Fest, verbunden mit einem Festzug und Fußballturnier am 19. August 1950 die Fertigstellung der Turn- und Festhalle. Architekt Chardon von Neckarsulm konnte dem Vorstand Wilhelm Beißwenger den Hallenschlüssel überreichen. 8133 freiwillige Arbeitsstunden und 2979 DM Spenden waren geleistet und 8296,42 DM bezahlt. Zwar fehlten noch der Außenputz und die Außenanlage, sowie der Ausbau des Umkleideraumes und der Dusche. Die Bühnen- und Fenstervorhänge fehlten noch, aber man war froh, ein eigenes Haus zu haben, für Training im Winter, Theater, Tanz und Feste. Die Halle sollte zum sportlichen und kulturellen Mittelpunkt der Gemeinde werden. Ihre Entstehung wurde nicht nur in der Gemeinde, sondern im weiten Umkreis als leuchtendes Beispiel dafür angesehen, wozu Einigkeit, Zusammenhalt und Gemeinschaftssinn führen können.

Getreu dem Leitspruch:

„Großes Werk gedeiht nur durch Einigkeit“.

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Unsere Turn- und Festhalle

Für den sportlichen wie für den kulturellen Bereich sollte die Halle genutzt werden. Bestimmt waren die bessern Trainingsmöglichkeiten in der Halle mit entscheidend, dass die aktiven Fußballer im Jahre 1950/51 Vizemeister in der A-Klasse werden konnten und die Qualifikation zu einem Aufstiegsspiel in die Bezirksliga erreichten.

Doch weiter konnte der langjährige Trainer Helmut Klenk die Mannschaft nicht führen.

Nun konnte in der Halle, dass mit der Gemeinde vereinbarte Schulturnen beginnen.
Sie wurde Übungsstätte für Fußbäller, Jugendliche, Frauengymnastik, Mädchenturnen, Faust- und Prellbäller, Seniorinnen sowie das Mutter- und Kind-Turnen. Alle fanden Übungsmöglichkeiten. Auch der Musikverein verlegte seine Proben im April 1962 vom Schwesternhaus in die Turnhalle.

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Im weiten Umkreis wurde Untergreisheims Halle als Festhalle bekannt. Es waren zunächst die Sportfreunde selbst, die durch Theateraufführungen, Tanzveranstaltungen und Faschingsbälle das Kulturangebot bereicherten. Auch andere Vereine, wie z.B. der Kirchenchor oder die kirchliche Jugend boten hier Theater, bunte Abende oder Konzerte an. Schließlich war die Hall auch Ort für Tagungen, Versammlungen, Gastspiele des Liederkranzes Kochendorf und der Eintracht Offenau, sowie Raum für Feste der Gemeinde oder der Kirchengemeinde. Besonders erwähnt seien die beiden Primizen, die Pfarrjubiläen und die Festabende bei entsprechenden Anlässen. In den ersten Jahren drohte die Halle bei vielen Veranstaltungen aus den Nähten zu platzen, so gut war der Besuch, vor allem auch aus den Nachbargemeinden. Dies hat sich aufgrund der neuen Hallen in der Umgebung erheblich verändert. Doch einen guten Namen für schöne Feststunden hat sie noch immer und gemütlicher ist es in ihr allemal,  als in einer funktionsgerechten, nüchternen Sporthalle.

Sicherlich genügt die Halle in einigen Bereichen nicht mehr den modernen Ansprüchen an eine Sporthalle, obwohl sie in den Jahren 1964/65 wegen Einbau einer Zentralheizung erweitert und 1980-1983 vollständig unterkellert wurde. Außerdem wurden seit 1983 weitere Verbesserungen durchgeführt:

  • Die Halle wurde mit einer Holzriemendecke ausgestattet
  • Das Dach neu eingedeckt und isoliert
  • Die Heizung erneuert
  • Teilweise neue Fenster mit Roll-Läden eingebaut um Energie sparen zu können.
  • Zudem erhielt sie einen neuen Außenanstrich


Mögen auch die umliegenden Gemeinden heute über Hallen verfügen, die für sportliche Zwecke besser geeignet sind, so entstanden diese jedoch erst in den letzten 10-12 Jahren, also fast eine Generation nach Untergriesheim's Halle.

 

… und im Sommer kommt das Ferienlager



Dies ist inzwischen schon gute Tradition, seit genau 20 Jahre. Wer hätte das gedacht, also im Jahre 1957 Vertreter der Sportkreisjugend unter Leitung von Eugen Sailer und Alfred Finkbeiner hier anklopften und nach einer Unterkunftsmöglichkeiten für die Sportkreisjugend anfragten. Sie hatte im Vorjahr in Winzenhofen gastiert und wollte dieses Lager an neuem Ort wiederholen.

Vereinsleitung und Gemeindeverwaltung standen diesem Ansinnen sehr offen gegenüber. Man stellte die Halle kostenlos zur Verfügung. Einige mutige Frauen von Vereinsmitgliedern, es waren dies Frieda Müller, Anita Mannhart und Paula Feil, erklärten sich bereit, für das leibliche Wohl der jeweils 50 Kinder zu sorgen. In zwei „Ami“-Zelten südlich der Turnhalle waren die Buben untergebracht. Die Mädchen schliefen in der Turnhalle.

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Der erste Aufenthalt in Untergriesheim gefiel nicht nur den Ferienkindern, auch die Verantwortlichen waren so angetan von den hier vorhandenen Möglichkeiten und von der freundlichen Aufnahme durch die ganze Bevölkerung, dass der Wunsch bestand, künftig regelmäßig das Ferienlager in Untergriesheim jährlich abzuhalten. Aus ursprünglich 14 Tagen wurden 2 mal 14 Tage und ab 1961 eine einmalige 3-wöchige Lagerzeit, zu der 120 Kinder mit ihren Betreuern kommen. Inzwischen erwarten wir die Ferienkinder schon zum 31. Male. Viele Kinder kommen mehrere Jahre nacheinander. Manche der heutigen Betreuer waren früher selbst als Ferienkinder hier. Aufgrund der erweiterten Sportanlangen konnte auch das sportliche Angebot immer mehr verbessert werden. Große Anziehungskraft haben die traditionellen Lagerfeste und Lagerfeuer sowohl auf die Untergriesheimer Bevölkerung, auf die Eltern der Kinder als auch auf die sportliche und politische Prominenz der Umgebung. Dieses Lager ist im Kreis Heilbronn schon so beliebt und bekannt, dass die Plätze wenige Tage nach dem Anmeldtermin vergeben sind. Die Sportfreunde freuen sich, im Sportkreis Heilbronn einen so bekannten Namen zu haben und Untergriesheim darf stolz sein auf „sein“ Ferienlager.

 

Bei Hochwasser gab’s kein Fußballspiel

 

Der alte Sportplatz, der in den ersten Kriegsjahren von französischen Kriegsgefangenen fertig gestellt wurde, war für den Anfang zwar recht gut, doch er hatte viele Nachteile, die man oft zu spüren bekam. Am schlimmste war es, dass schon beim kleinsten Hochwasser der Platz unbespielbar war und nicht selten riss das Hochwasser ein Tor mit oder beschädigte es. Außer dem wurde häufig die Grasnarbe weggespült. Floß die Jagst dagegen friedlich in ihrem Bett, so spülte sie so manchen Ball mehr oder weniger weit fort, absichtlich oder mangels Können oder aus Zufall hineingeschossen. Zu jedem Fußballspiel gehörten folglich die Ballfischer, ausgerüstet mit einer langen Stange und Gummistiefel oder eben in Badehose.

 

Auch die Maße des Platzes entsprachen bei weitem nicht der allgemeinen Norm. Eingezwängt zwischen Jagst und Feldweg gab es keine Verbreiterungsmöglichkeit. Für die Zuschauer, die früher sicher zahlreicher den Platz säumten als heute, war wenig Platz vorhanden. Bekannt war der Sportplatz jedoch dafür, dass er auch schon kurze Zeit nach dem schlimmsten Regenfall wieder gut bespielbar war, weil er schnell abtrocknetet.

 

Die Mängel des Platzes waren also bekannt. Trotzdem dauerte es bis ins Jahr 1973, als endlich die Grundstücksverhandlungen, die bereits 1953 im Gemeindrat zum ersten Mal zur Debatte standen, erfolgreich abgeschlossen und mit dem Bau des heutigen Sportgeländes begonnen werden konnte. Im Juni 1975 erfolgte im Rahmen eines großen Sportfestes – erstmals stand das Festzelt bei diesem Anlass nicht mehr an der Jagst, sondern auf der Austraße beim Bahnhof – die feierliche Übergabe und Einweihung des Sportgeländes durch Bad Friedrichshalls Bürgermeister Otto Klenert. Die Baukosten beliefen sich auf 314.330, - DM zuzüglich Grunderwerbungskosten 49.669,- DM.

 

Das neue Sportgelände gab dem Vereine großen Auftrieb, was an der steigenden Zahl der aktiven Sportler in den Jugendmannschaften und den in der Gründung der Tennisabteilung abzulesen ist. Der alte Platz erhielt eine Beleuchtung und eine stabile Barriere. Er dient heute als Trainingsplatz.

 

Welcher Sport darf’s denn sein?

 

Als reiner Fußballverein gegründet, blieben die Sportfreunde dieser Sportart sehr lange treu verbunden und konnten zeitweise sehr stolz auf die gute Leistungen ihrer Fußballer sein.

 

In den 60er Jahre erfolgte allmählich eine vielfältige Erweiterung des Sportangebotes. Zuerst begründeten einige ältere Fußballspieler 1960 eine Faustballabteilung, die bis 1986 bestand. Ihre Leistungen ermöglichen schon bald, erfolgreich an Turnieren teilzunehmen. Im Jahre 1969 entwickelte sich aus dieser Gruppe heraus die Prellballabteilung.

 

Auch für die Frauen konnte im Jahre 1966 mit begonnener Frauengymnastik endlich ein Angebot zur sportlichen Betätigung in der Gemeinde gemacht werden. 1974 fanden sich erneut alte, ehemals aktive Fußballer zusammen um die Abteilung „Alte Herren“ ins Leben zu riefen. Kurzzeitig fand sich sogar eine „Reiterabteilung“ im Sportangebot des Vereins.

 

Durch den Bevölkerungszuwachs in Untergriesheim wurde unter anderem auch von vielen Neubürgern der Wunsch, hier Tennis spielen  zu können, immer stärker. 1975, als die neuen Sportplatzgelände ein Hartplatz gebaut wurde, sah man eine Möglichkeit für den weißen Sport. Mit dem Spielbetrieb wurde begonnen, doch es sollte noch 6 Jahre dauern, ehe die Tennisplätze in Betrieb genommen werden konnten.

 

Für die Buben gab es in den Fußball-Jugendmannschaften viel Auswahl, jedoch die Mädchen standen noch außerhalb des Vereins. Ab 1972 konnte sich dies ändern, als mit dem „Mädchenturnen“ begonnen wurde.

 

Landauf, landab wurden die Senioren entdeckt. Folglich war es nur eine logische Konsequenz, dass man 1979 für das Seniorinnenturnen eine eigene Abteilung gründete. Als neustes Angebot gibt es seit 1981 das „Mutter-und-Kind-Turnen“ und erfreut sich guten Zuspruchs.

 

Die Sportfreunde – nur Freunde des Sports?

 

Echte Sportfreunde sind nicht nur auf dem Spielfeld zusammen. Ihr Kameradschaftsgeist entwickelte sich zur Kameradschaft untereinander und wo kann man Kameradschaft besser pflegen, als in einer geselligen Runde?

 

Mit Liedern und humorigen Einlagen wächst eine solche Gemeinschaft eng zusammen. Was liegt näher, als dass dabei der Wunsch entsteht, gemeinsam Feste zu gestalten?

 

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Inzwischen gehören diese Feste zum selbstverständlichen Bestandteil des geselligen und kulturellen Jahresprogramms in unserem Dorf. Am ältesten ist wohl die Tradition, in der Weihnachtszeit Theateraufführungen zu veranstalten. Nach dem Hallenbau konnte man in den eigenen Räumen regelmäßig zum Tanz einladen. Weithin in der Umgebung bekannt und beliebt waren die Faschingsbälle mit Kostümprämierung. Die Turnhalle – entsprechen dem Motto wie „Blaue Nacht“,  „Die gute alte Zeit“, „Das alte Haus von Rocky Docky“ usw. – immer phantasievoll dekoriert., einmal konnte man sogar von der Empore per Rutschbahn in den Saal gelangen, drohte, insbesondere bei den Rosenmontagsbällen, aus den Nähten zu platzen.

 

„Tanz in den Mai!“, Ernte – und Kirchweihtanz, neuerdings Ball der Alten Herren, der Nikolausball und der Tennisball ergänzen dieses Angebot der Sportfreunde für Geselligkeit und Unterhaltung.

 

Ein sportlich und kulturell vielfältiges Programm wird auch bei den traditionellen Kameradschaftsabenden dargeboten. Dasselbe gilt für einige Herbstfeste der vergangenen Jahre.

 

Durch die Mitwirkung bei Dorf- oder Stadtfesten tragen die Sportfreunde auch zur Programmgestaltung bei. So ist es nicht verwunderlich, dass dem Vereinsvorstand seit 1947 ein kultureller Leiter angehört. Leider findet sich seit 1982 niemand mehr, um dieses verantwortungs- und anspruchsvolle Amt auszuüben. Es muss von der Vorstandschaft gemeinsam mitverwaltet werden.

 

Farbe bekennen!

Ohne Symbole, Wappen, Fahnen oder Maskottchen kann kein Verein leben. Die Sportfreunde haben die Farben der Untergriesheimer Fahne und das Wappen zu den ihrigen gemacht. Schwarz-weiß. So war jahrzehntelang der Dress der Fussballer ein schwarz-weiß gestreiftes Trikot, weiße Hosen und schwarze Stutzen mit weißen Ringen. Nach einem Sieg, aber auch nach Niederlagen schmetterten die Fussballer „ihr“ Lied.

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Die Gründungsmitglieder:

 

  • Adelmann Hugo
  • Ballmann Anton
  • Ballmann Josef
  • Baumgart Josef
  • Belz Franz
  • Denninger Franz
  • End Berthold
  • Förschle Hermann
  • Fröhlich Anton
  • Heidinger Alfons
  • Kinbacher Alfons
  • Krebs Alfred
  • Krebs Alois
  • Krebs Felix
  • Krebs Josef
  • Krebs Pius
  • Krebs Robert
  • Krebs Willi
  • Krebs Viktor
  • Krebs Wilhelm
  • Mandel Eugen
  • Mayan Heinrich
  • Mattes Eugen
  • Müller Alfons
  • Müller Franz
  • Müller Karl
  • Schuhmacher Josef
  • Schmidt Kurt
  • Segritz Hermann
  • Segritz Robert
  • Stein Josef
  • Sperrfechter Oßwald
  • Ullmer Ludwig
  • Vogel Karl
  • Zuckmaier Karl

 

Festbuchgestaltung 1987

Chroniken:

  • Franz Correll
  • Günter Müller

Fotos:

  • Franz Dress
  • Edgar Herterich
  • Ulrike Kugler